The change Process

Am 23.03.2019 war unser Auftakt. The change process war eine Input-Veranstaltung, bei der eine Podiumsdiskussion statt fand und wir verschiedene Workshops anboten.

Auf diese erste Veranstaltung haben wir fast ein dreiviertel Jahr hingearbeitet. Als es endlich soweit war bekamen wir zwei Tage vor Veranstaltungsbeginn Angst vor unserer eigenen Courage und hätten fast abgesagt. Das Peer ist aktuell auch Teil einer Filmkulisse, und so sah es auch aus: überall standen Requisiten, Werkzeug, Bauschutt… Leute die schon mal im Peer waren werden jetzt vermutlich die Köpfe schütteln, aber wir hatten das Gefühl, diese Unordnung könnten wir unseren Gästen* nicht zumuten. Obwohl es eigentlich auch ohne ausgewachsenes Filmteam im Peer-Wohnzimmer kaum ordentlicher aussieht…Glücklicherweise waren just an dem Abend unsere zwei bezaubernden Workshopleiterinnen vor Ort zur Besprechung und konnten sämtliche Bedenken ausbügeln.

Am 23.3. selbst erwachte ich früh. Das Wetter war fantastisch. Ich sprang auf mein Rad und fuhr in’s Peer. In meinem Herkunftsland gibt es ein Sprichwort: „Kao muha bez glave“ (Wie eine Fliege ohne Kopf) es beschreibt ziemlich präzise den Zustand in dem ich versuchte das Peer herzurichten: Kaffee kochen, Bühne aufbauen, Hof fegen- alles irgendwie gleichzeitig. Ich finde, das faszinierende an Nervosität ist, dass sie sich innerlich nicht so anfühlt, man spürt meist nichts. „Nichts“ ist in meinem Kopf ein Raum für sich überschlagende Geschwindigkeit und einen knappen Aufmerksamkeitsfokus. Ich habe fast bis zur letzten Minute irgendetwas aufgebaut oder aufgeräumt. Ob das alles so sinnig war sei dahin gestellt. Die letzten 20 Minuten saß ich mit Starfox in der Sonne und beobachtete Zimon. Während mein Kopf immer leerer wurde, das Rauschen meines Blutes und das Schlagen meines Herzens immer mehr Aufmerksamkeit beanspruchte, verhielt sich Zimon als sei nix los. Er smalltalkte, grade so, als sei Peer-Tag und nichts weiter stünde an. Realität ist definitiv ein persönliches Konstrukt.

Als die ersten Gäste* kamen konnte ich es kaum glauben: Leute die ich persönlich nicht kenne sind gekommen! Drei haben wir schon mal! Für jeden Workshop eine/n! Jetzt kann’s losgehen! Spontan bastelten wir für alle die noch kamen Namensschilder aus Klebeband mit Spitznamen.

Der Einstieg in die Veranstaltung verlief fulminant, Zimon entschied sich unsere Gäste* direkt zu Beginn mit einem doppelten Rittberger von der Bühnenkante zu beeindrucken. Es folgte ein Interview mit Tzven, der sein Leben auf links gekrempelt hat um dieses Projekt möglich zu machen und eine Keynote von Frau Reuter, die sich sympathischer weise zu uns auf das Sofa setzte.

Im Anschluss moderierte Paulator eine Podiumsdiskussion zum Thema plastikfrei Leben. Eddie vom Unverpacktladen Mannheim und Meiko vom Foodsharing berichteten über Erfahrungen, Möglichkeiten und Grenzen, während Isa vom Tikk7 die Thematik im Kontext des Scheiterns beleuchtete und warum es sich dennoch lohnt nicht aufzugeben.

Es gäbe sicher noch mehr zu schreiben, z.B. würde Euch bestimmt interessieren, wie unsere Workshops gelaufen sind – Gegenvorschlag: seid beim nächsten Mal selbst dabei;)